01/02/2010 (Finanzkrise)
Ursachen
a) Zyklen und Krisen
Es gibt in der Bewegung des Kapitals seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts Konjunkturzyklen. Krisen zeigen grundsätzlich an, dass die Kapitalverwertung Schranken hat, die sie nicht überwinden kann.
In Krisen werden Kapitalmassen, die sich nicht mehr verwerten können, vernichtet oder entwertet bzw. die Kapazitäten in Produktion, Handel, Transport und Finanzwesen abgebaut. Sie werden mitsamt der Beschäftigten abgebaut, die die Überkapazitäten erarbeitet hatten. Ist genug zerstört, beginnt der Zyklus neu auf einer höheren Stufe der Konzentration des Kapitals und der Produktivität, also auch mit einem geringeren Arbeitsvolumen.
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31/01/2010 (Finanzkrise)
Schärfer als Weltwirtschaftskrise 1929 Die Industrieproduktion in Europa wie in Deutschland war im April 2009 um rd. 20 % gegenüber April 2008 eingebrochen, in Japan sogar um ein Drittel, in den USA um 12 %. Zwei Wirtschaftshistoriker, Barry Eichengreen und Kevin O’Rourke stellten fest, dass sowohl die Weltindustrieproduktion, als auch der Welthandel in den ersten zehn Monaten seit Beginn der Krise im April 2008 stärker gefallen sind als zehn Monate nach Beginn der Großen Weltwirtschaftskrise im Juni 1929 (FAZ 14.04.2009). Der Einbruch ist auch in Deutschland stärker als im ersten Jahr der Weltwirtschaftskrise 1929, in der die Industrieproduktion von April 1929 bis April 1930 „nur“ um 14,9 % einbrach.
Der Auftragseingang in der deutschen Industrie ist von August 2008 bis März 2009 um 33,2 % eingebrochen. Die Industrieproduktion wird also weiter fallen. Trotzdem schreibt der DGB „Absturz vorerst gestoppt!“ (Einblick 11/09, 8).
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