Rhein-Main-Bündnis

gegen Sozialabbau und Billiglöhne

Wir wollen eine Rente, die zum Leben reicht

05/03/2017 (Rente)

842 Euro -  ist die Durchschnittsrente im Jahr 2015. Das reicht nicht hin und nicht her. Nach dem Willen der Regierenden soll sie noch tiefer sinken, auf 742 Euro im Jahr 2030. Im Vergleich der europäischen Staaten liegt Deutschland, was das Verhältnis der Nettolöhne zu den Renten betrifft, an drittletzter Stelle. Eine große Zahl von RentnerInnen ist in Zukunft von Altersarmut bedroht. Wer  weniger als den Durchschnittslohn von 17 Euro pro Stunde verdient, wer nicht ununterbrochen Arbeit hat und wer länger in Teilzeit arbeiten muss, wird es nicht schaffen, eine Rente zu erzielen, die über 1033 € liegt, der Schwelle an der offiziell Armut droht. Das zeigt die folgende Tabelle.

Stundenlohn

Nettorente nach 40

Arbeitsjahren

Arbeitsjahre für eine

Nettorente von 1.000 Euro

8,84 € (Mindestlohn)

543,40 €

73 Jahre

10,00 €

614,54 €

65 Jahre

12,00 €

737,80 €

54 Jahre

15,00 €

922,15 €

43 Jahre


Alle Parteien, die ab 1990 regierten, haben das Rentensystem mit ihren Reformen bewusst zerstört. Ohne ihre Reformen müssten die Renten heute  um 30 Prozent höher sein. Diese Leute werden nichts dafür tun, um die Lage der Rentner zu verbessern. CDU/CSU, FDP und AfD haben sich klar gegen jede Änderung ausgesprochen.

Die SPD wird im Wahlkampf zwar behaupten, dass sie für Änderungen eintritt. Aber Frau Nahles will die Rente bei einem Niveau von 46 % des Nettolohns ohne Steuern festschreiben, das sind dann 793 Euro. Zwei Euro weniger als das staatlich anerkannte Existenzminimum von 795 €. Das ist ihre Haltelinie. Durch Zusatzversicherungen sollen die Werktätigen die “Versorgungslücke“, so nennt sie das, mit Riester-Renten und Entgeltumwandlungen in den Betrieben ausgleichen.

Die Grünen werden immer das mitmachen, was ihnen ihr Koalitionspartner vorschreibt.

Von der Initiative dieser Parteien haben die Werktätigen nichts zu erwarten. Sie müssen ihr eigenes Programm entwickeln und für dessen Durchsetzung aktiv werden. Nur so kann Druck auch auf Parteien erzeugt werden.

Wir schlagen dazu folgende Programmpunkte vor:

  • Die Rente muss den Lebensstandard im Alter sichern. Mindestens 70 Prozent des Nettolohns sind dazu erforderlich.
  • Diese Rente muss mit 40 Arbeitsjahren erwirtschaftet werden können.
  • Eine Mindestrente von 1.000 € netto muss eingeführt werden, um Altersarmut zu vermeiden.
  • Der Rentenzugang muss ohne Abschläge mit 60 Jahren möglich sein.

Die Ziele sind nur zu erreichen, wenn die ganze Gesellschaft zur Finanzierung der Renten herangezogen wird. Es ist nicht hinzunehmen, dass ganze Bevölkerungsgruppen ohne Beiträge zu erbringen hohe Alterseinkünfte bekommen und einzelne, wie der ehemalige VW – Chef Winterkorn, sogar 100.000 €  im Monat kassieren. Alle Bürger müssen verpflichtet werden Rentenbeiträge aus allen ihren Einkommen zu entrichten. Die Rentenhöhe ist nach oben zu begrenzen. So lassen sich höhere Renten für Werktätige und die Mindestrente  sicher finanzieren.  Deswegen

  • Umbau des Rentensystems zur Bürgerrente

Jung und alt – für Zusammenhalt !

Rentenkürzungen und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit werden immer mit der demografischen Entwicklung begründet. Sie seien alternativlos. Die Alten, die immer länger lebten, könnten von den Jungen nicht mehr finanziert werden.

Die Jungen sind die RentnerInnen von morgen. Haben sie Interesse an niedrigen Renten? Eine Ursache niederer Renten sind schlechte Löhne. Sind die Jungen dafür verantwortlich? Niedrige Löhne und niedrige Renten – das ist die eine Seite der Medaille – hohe Gewinne und maßloser Reichtum- das ist die andere Seite.

Die Bürgerversicherung holt den Reichtum ins Boot. Sie nutzt den Jungen und den Alten.

Wir sind das Bündnis für starke Renten. Wir wollen unser Programm auf die Straße tragen und Öffentlichkeit herstellen.

Wir schlagen Aktionstage vor: Samstag, den 20. Mai

Samstag, den 09. September

Mit Aktionen, Ständen, Kundgebungen wollen wir in vielen Städten Altersarmut zum Thema machen. Wir fordern Einzelne und soziale Initiativen auf, dabei mitzuwirken.

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